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ehrenamtliche Archäologie in Cloppenburg

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Juni 2012 - Juni 2014

Im Rahmen mehrerer Grabungskampagnen in 2012 bis 2014 konnte unser Mitglied Klaus Steinbach gemeinsam mit dem Archäologen Dirk Dödtmann (Architekturbüro Nordholz) sensationelle Funde auf Baustellen in der Cloppenburger Innenstadt machen:

Im Oktober und November wurde in einer Baugrube zwischen der Osterstraße und der Straße Hinterm Wall der historische Stadtgraben gefunden und dokumentieret. Historiker hatten ihn beisher an anderer Stelle vermutet. Der Graben war darüber hinaus tiefer wesentlich breiter, als bisher vermutet. Außerdem wurde ein Maria-Mutter-Gottes-Zinnlöffel  und ca. 600 Jahre alte Werkzeuge, z.B. ein Rutenzirkel, in der Baugrube geborgen.
Eine kleine Sensation war auch der 1,70 Meter tiefen Holzbrunnen (Durchmesser 1,15 m), der dort ausgegraben und geborgen wurde. Er war  im Mittelalter aus einem Eichenbaums hergestellt worden, indem der Stamm in mehrere Teile zerlegt wurde, die dann ausgehöhlt wurde. Beim Brunnenbau wurden diese Teile wieder mit Holzpflöcken zusammengesetzt. Die Bergung des Holzbrunnens dauerte bei Dauerregen bis in die späten Abendstunden.
Im Inneren des Brunnens wurde ein wenige Zentimeter langer Goldfaden und ein Metallhaken gefunden, an dem vermutlich Eimer aus dem Brunnen hochgezogen wurden.
Der städtischen Planungsamtsleiter Hermann Asbree möchte den Brunnen gerne konservieren und ausstellen. Er wurde zum städtischen Bauhof transportiert.

Bereits im Juni hatte das Team Dödtmann/Steinkamp in Bereich des LzO-Platzes zwei Findlinge ausgegraben, die Gründungssteine für ein Fachwerkhaus gewesen sein könnten. Vor dem verheerenden Stadtbrand am 24. August 1716 standen die Häuser nämlich weiter in die Starße hinein.
In der Mühlenstraße wurde eine alte Holzbohle mit einer Nut über die gesamte Länge gefunden, die evtl. als Wasserleitung oder Regenrinne diente.
Unklar ist der Zweck einer Holzpfahlgründung, die das Team in etwa gleicher Flucht wie die Findlinge entdeckte. Vielleicht war diese Pfahlgründung die Unterkonstruktion für ein Haus aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Dann hätten an dieser Stelle bereits vor dem Großbrand 1716 Häuser gestanden - eine Annahme, die Stadthistoriker Wolfgang Imsiecke nicht teilt. Karten wiesen darauf hin, dass dort erst nach dem Stadtbrand Häuser gebaut worden waren. Möglicherweise seien die Pfähle Befestigungen für den Zwingergraben.
Vor der Sparda-Bank in Cloppenburg wurde weiterhin eine alte Gräfte und Fundamente eines alten Brückenbauwerks gefunden. Zuerst war ein großer Findling ausgegraben worden, zusammen mit viel altem Abfall (Keramikscherben und Knochen). Vielleicht war der Findling das Fundament einer Zugbrücke, die auf einem alten Kupferstich von 1647 dargestellt ist.

Klaus Steinkamp hat am 19.02.2015 einen sehr gut besuchten, zweistündigen Vortrag über diese Grabungen beim Heimatverein Cloppenburg gehalten.
--> Zeitungsartikel als pdf dazu
    Artikel in der NWZ v. 7.2.15


Archäologe Dirk Doedtmann bei der Nachwuchswerbung in der Cloppenburger Innenstadt; Foto Klaus Steinkamp

Video bei NWZonline v. 10.06.14
Video bei NWZonline v. 16.04.14
Video bei NWZonline v. 11.11.13

Artikel in der NWZ v. 3.11.12
Artikel in der NWZ v. 2.11.12

Artikel in der NWZ v. 1.11.12
Artikel in der NWZ v. 19.9.12
Artikel in der NWZ v. 27.6.12
Artikel in der NWZ v. 23.6.12
Artikel in der NWZ v. 19.6.12
Artikel in der NWZ v. 13.6.12

Bernd Rothmann  •  Seite erstellt am 28.3.2013  • letzte Änderung am 15.6.2014